Kirchentag
© Roland Hägele
Marisa Schroth
Erdbeben-Nothilfe in Nepal
Stuttgart, 6.6.2015, Marisa Schroth. Drei Krankenpfleger aus Aalen riefen 1995 die Organisation Govinda ins Leben, die inzwischen 50 Waisenkindern im Shangrila-Waisenhaus ein zu Hause gibt. In der Shangrila-Schule werden täglich 500 Schüler aus allen Kasten zusammen unterrichtet. Zudem haben sie dort die Chance, einen Beruf zu erlernen. In Dorfprojekten wird die Gesundheits- und Ernährungssituation der Menschen verbessert.
Govinda ist in Deutschland ehrenamtlich organisiert. In Stuttgart, wie auch in vielen anderen Städten, gibt es einen Govinda Aktionskreis. Das Team trifft sich regelmäßig und führt Aktionen durch, um die Öffentlichkeit auf die Situation in Nepal aufmerksam zu machen. So waren sie auch mit einem Stand beim Kirchentag auf dem Cannstatter Wasen vertreten.


Sechs Wochen ist das erste große Erdbeben in Nepal nun her, doch der Boden des asiatischen Landes kommt nicht zur Ruhe. Das Land wird täglich von Nachbeben heimgesucht. Immer wieder müssen sich die Menschen voller Angst in Sicherheit bringen. Wann es endlich aufhört, kann niemand prognostizieren. Über 500 000 Häuser wurden vollständig zerstört. Den Menschen fehlt es an Nahrung und sauberem Trinkwasser. Kranke und Verletzte benötigen medizinische Versorgung. Doch die Zeit drängt, in wenigen Tagen wird der Monsun beginnen. Die sanitäre Situation ist prekär. In der Regenzeit nicht nur Erdrutsche sondern auch Epidemien.


Die Govinda Entwicklungshilfe e.V. setzt sich bereits seit 18 Jahren mit dem nepalesischen Partnerverein Shangrila für notleidende Menschen in Nepal ein und nimmt auch nun alle Kräfte zusammen, um den Erdbebenopfern zu helfen. Zusammen mit der Stiftung Usthi konnte bereits wenige Tage nach dem ersten Beben ein großer Hilfskonvoi über den Landweg von Indien nach Nepal aufbrechen. Die Mitarbeiter in Nepal bildeten Notfallteams, um die Versorgung der betroffenen Bevölkerung zu gewährleisten. In elf der zwölf am meisten betroffenen Distrikte konnten innerhalb des ersten Monats Reis, Decken, über 5000 Zelte und insgesamt 55 Tonnen Hilfsmittel an die notleidende Bevölkerung verteilt werden. Nun müssen die Menschen während des in Kürze eintreffenden Monsuns unterstützt werden. Sie brauchen ein Dach über dem Kopf und waren in den vergangenen 6 Wochen über 300 Nachbeben ausgesetzt. Auch langfristig wird Govinda den Erdbebenopfern beim Wiederaufbau helfen. Die Planungen für den Bau von erdbebensicheren Häusern mit den lokalen Ressourcen laufen auf Hochtouren.


Der Aktionskreis (AK) Stuttgart von Govinda, eine bunt gemischte Gruppe aller Altersstufen, trifft sich alle ein bis zwei Monate, meist Dienstag abends in der Sichtbar in der Fritz-Elsas-Str.44. Dort wird sich ausgetauscht, über die aktuelle Situation in den Projekten berichtet und Aktionen geplant.
Am 23. Juni findet ein Filmabend im Merlin in Stuttgart statt. Der Film „Die Kinder von Shangrila“ zeigt die Projekte in Nepal. Selbstverständlich wird auch über die aktuelle Situation berichtet. Volontärin Barbara Herzog wird berichten. Sie war zum Zeitpunkt des Erdbebens vor Ort und hat für einen Monat die nepalesischen Katastrophen-Teams unterstützt. Beginn ist um 18:30 Uhr, der Eintritt ist frei.
Kontakt zum AK kann man aufnehmen über

ak.stuttgart@waisenkind.de


Weitere Infos gibt es unter

www.waisenkind.de