Tag der Befreiung
© Roland Hägele
Nie wieder Faschismus und Krieg
Stuttgart, 9.5.2015, L.K. „Nie wieder soll Krieg von deutschem Boden ausgehen!“ Mit dieser Losung startete die junge BRD 1949 in eine friedliche demokratische Zukunft. Dieser Grundsatz ist seit Längerem ins Wanken geraten, deutsche Rüstungsfirmen schicken Waffen in militärische Krisengebiete, die Bundeswehr beteiligt sich weitläufig an Militäreinsätzen im Ausland und die Bundesregierung und Bundespräsident Gauck fordern, Deutschland müsse mehr Verantwortung in der Weltpolitik übernehmen, sprich, mehr militärische Einsatzbereitschaft und damit zwangsläufig auch den Willen zu kriegerischen Handlungen zeigen.


Der 8. Mai 1945 war für Europa der Tag der Befreiung von faschistischem Terror und vom Krieg. In ganz Europa wurde gefeiert, während in Deutschland zunächst der Eindruck von „Niederlage“ und „Kapitulation“ vorherrschte. Dieser Eindruck wurde öffentlich über 40 Jahre hinweg aufrechterhalten, bis der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker endlich die Perspektive wechselte und vom „Tag der Befreiung“ sprach.


Dieser Tag der Befreiung war teuer bezahlt - über 55 Millionen Menschen fielen dem 2. Weltkrieg, dem Holocaust und dem Naziterror zum Opfer, während die deutsche Wirtschaft, vor alle die Rüstungs- und Chemieindustrie und die Banken davon profitierten.
Auch in der Sowjetunion trugen die Menschen eine große Last an diesem Krieg, ebenso wie Millionen alliierte Soldaten und Menschen, die Widerstand leisteten.


Heute ist der mühsam und teuer erworbene Frieden wieder brüchig geworden, die Welt wird beherrscht von Kriegen, und deutsche Waffen und Soldaten sind in viele dieser Kriege involviert. Zugleich melden sich verstärkt neofaschistische Gruppen zu Wort und verbreiten ihr menschenfeindliches Gedankengut. Dabei kommt ihnen die soziale Spaltung der Gesellschaft zugute, denn viele Menschen haben aufgrund der sich immer weiter verschärfenden wirtschafts- und sozialpolitischen Probleme Angst vor einem Abstieg in die Armut, der jederzeit passieren kann. Fremdenfeindlichkeit und Sozialneid sind in so einem Umfeld nahezu vorprogrammiert.
In Deutschland fanden am 8. und 9.Mai zahlreiche Veranstaltungen zu diesem historischen 70. Jahrestag der Befreiung statt, so auch heute mittag in Stuttgart, wo AntifaschistInnen der Opfer des Faschismus gedachten und eindringlich dazu aufriefen, die Losung der befreiten Häftlinge des KZ’s Buchenwald weiterzutragen: „Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens ist unser Ziel.“