Kobane darf nicht fallen!
Erneut Demo der Kurden im Südwesten
Stuttgart, 9.10.2014, L.K. Erneut haben heute in Stuttgart, Karlsruhe und Mannheim ca. 2400 Kurden gegen das drohende Massaker an ihren Landsleuten in der nordsyrischen Kurden-Hochburg Kobane protestiert. Allein in Stuttgart waren nach einem Bericht der Stuttgarter Zeitung ca. 1500 Menschen auf der Straße. Mit vielen Plakaten, Fahnen und Bannern waren ganze Familien mit ihren Kindern unterwegs und machten auf die dramatische Situation in Kobane aufmerksam. Seit Wochen sieht die Welt zu, wie sich die kurdischen Verteidigungseinheiten YPG und YPJ verzweifelt gegen die hochmodern ausgerüsteten Terrortruppen des Islamischen Staates (IS) verteidigen. Wirklich effektive Hilfe erhalten Sie weder von der benachbarten Türkei noch von der NATO. Mittlerweile wird in der Stadt die Munition knapp, gegen die Panzer der IS können sie sich ohnehin nicht wirkungsvoll verteidigen. Tausende Kurden, die an der türkisch-syrischen Grenze bereitstehen, um ihren Landsleuten in Kobane bei der Verteidigung der Stadt zu helfen, wird von den türkischen Behörden die Ausreise nach Syrien verwehrt. Auch heute standen türkische Panzer untätig nahe von Kobane, griffen aber nicht in die Kampfhandlungen ein. Wie das „Offene Treffen gegen Krieg und Militarisierung Stuttgart“ (OTKM Stuttgart) in einem Flugblatt erläutert, das auf der Demonstration verteilt wurde, wurden islamistische Milizen in Syrien jahrelang finanziell und logistisch von den Golfstaaten und damit auch zumindest indirekt von den mit ihnen verbundenen NATO-Staaten unterstützt. Die Türkei hat ein Interesse daran, eine kurdische demokratische Selbstverwaltung nahe ihrer Grenze zu destabilisieren und arbeite daher auch eher mit der IS-Miliz zusammen, als Kobane in seiner verzweifelten Verteidigung der Stadt behilflich zu sein.
Seit Wochen wird dieses Thema weltweit diskutiert, ohne effektive Hilfe von außen wird es den Kurden in Kobane aber nicht gelingen, sich noch lange gegen die IS-Angriffe zu wehren. Fällt die Stadt in die Hände der Islamisten, wird ein Massaker von historischem Ausmaß befürchtet. Die Welt sieht zu, redet darüber, wartet und tut nichts.