Mahnwache „Gerechtigkeit für Sant Anna“
„Generalamnestie durch biologische Lösung“

Stuttgart, 12.06.2014 - Mahnwache. Am 12. August 1944 ermordete die Waffen-SS in dem toskanischen Dorf Sant`Anna die Stazzema ca. 560 Menschen, vor allem Frauen und Kinder. Einige der Täter sind verurteilt - von einem italienischen Gericht, aber frei. In Deutschland gab es noch keinen Prozess. Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft - seinerzeit zuständig Bernhard Häusler - hat das Verfahren im September 2012 eingestellt, alle Rechtsmittel dagegen sind bis heute erfolglos geblieben. Die Überlebenden fordern Gerechtigkeit. Die AnStifter-Initiative Sant`Anna erklärte ihre Solidarität und unterstützt die Überlebenden und Hinterbliebenen.

Am 27. Januar 2014 fand in Esslingen eine Gedenkfeier zum Auschwitz-Gedenktag statt. Vor einem großen Publikum konnte Enrico Pieri, Überlebender des Massakers und Stuttgarter Friedenspreis-Träger 2013, über seine Erlebnisse berichten. Die Menschen waren sehr bewegt und dankten ihm großen Applaus.
Sichtbar schockiert waren sie allerdings von dem Bericht, den Pieris Rechtsvertreterin, Gabriele Heinecke, vortrug: Ruhig und sachlich stellte sie Punkt für Punkt das Versagen der deutschen und besonders der Stuttgarter Justiz bei der juristischen Behandlung des Massakers dar. Unter den Zuhörern auch Landtagsvizepräsident Drexler (SPD)

„Generalamnestie durch biologische Lösung“
Eine Abrechnung mit der deutschen Justiz und der passiven Haltung von Justizminister Stickelberger

2014: Kein Cent Entschädigung, keine strafrechtliche Aufarbeitung
„70 Jahre nach dem Massaker ist so manche Krokodilsträne von deutschen Politikern in Sant`Anna vergossen worden. Die juristische Aufarbeitung aber wurde hintertrieben, verschleppt. Sachverhalte uminterpretiert, Vollstreckunganträge aus Italien liegen gelassen und bis heute nicht entschieden. In wenigen Jahren werden die an dem Massaker Beteiligten alle tot sein. Die deutsche Justiz hat - auch im Fall Sant`Anna di Stazzema - ihre Chance vertan, Verantwortung zu übernehmen und ein Stück Gerechtigkeit zu schaffen. Es bleibt unsere Aufgabe dies und das Massaker nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.