Free Gaza
Die Ganze Welt protestiert. Menschen in Stuttgart auch!
SWSG
Zwischen 150 und 200 Demonstranten protestierten am Donnerstag, dem 2. Juni auf dem Schloßplatz in Stuttgart gegen den tödlichen Einsatz der israelischen Armee auf der von ihr gestürmten Gaza-Hilfsflotte, und solidarisierten sich mit der seit drei Jahren von der Außenwelt abgeriegelten Bevölkerung des Gazastreifens. Die Stimmung der Teilnehmer war von Empörung und Trauer geprägt. Sie forderten die sofortige Beendigung der Blockade und die Durchsetzung internationalen Rechts, denn die Blockade des Gazastreifens stellt eine völkerrechtswidrige Kollektivstrafe dar.

Israel hatte im Morgengrauen des 31. Mai auf der Mavi Marmara, dem Leitschiff der Gaza-Hilfsflotte, die Tausende Tonnen Güter, z.B. Baumaterialien, Fertighäuser, Rollstühle und medizinische Hilfsgüter in den Gazastreifen bringen wollte, ein Blutbad angerichtet, bei dem es mindestens 9 Tote und Dutzende Verletzte gab. Die Schiffe befanden sich in internationalen Gewässern, als das israelische Militär Soldaten von Hubschraubern aus das Schiff mit mehr als 700 Menschen an Bord kaperten.

Ein Journalist des Nachrichtensenders Al Jazeera, Jamal Elshayyal berichtete als Augenzeuge nach seiner Deportation, dass definitiv von oben und vom Meer aus scharf geschossen wurde. ( "There was definetly live fire from the air and from the sea as well." http://english.aljazeera.net/news/europe/2010/06/2010639114160373.html)

Jamal Zahalka, der Vorsitzende der palästinensischen Knesset-Fraktion Balad ist der Meinung, dass die israelische Regierung Tote einkalkuliert habe, um einen Abscheckungseffekt zu erreichen und so weitere solche Aktionen in Zukunft zu verhindern.

Im Gazastreifen leben auf einer Fläche die der Größe der Hälfte der Stadt Hamburg entspricht 1,5 Mio. Menschen. Durch die Abriegelung ist das Leben und die Gesundheit der Menschen schwer beeinträchtigt und gefährdet, denn Israel lässt nur begrenzt Güter in den Gazastreifen.

Kriegsschäden an Häusern und Infrastruktur, die im Krieg Israels gegen den Gazastreifen im Winter 2008/2009 entstanden sind, können durch das Verbot der Einfuhr von Baumaterialien noch immer nicht behoben werden und so leben auch heute, Mitte 2010 noch immer viele Menschen in Zelten und viele sind auf die Zuwendungen der UNWRA angewiesen, die im Gazastreifen ein Netz von Schulen, medizinischen Einrichtungen und Nahrungsmitteldepots unterhält.

Israel behauptet, dass es keine Besatzungmacht mehr sei, seit es die Siedlungen im Gazastreifen aufgelöst habe. Da Israel aber die Außengrenzen, den Luftraum und die Seewege kontrolliert und keinen freien Handel und Personenverkehr ermöglicht ist es faktisch dennoch Besatzungmacht und daher auch für das Wohl der Bevölkerung verantwortlich.

Da sich die internationale Politik impotent gibt und sich auf verbale Appelle anstatt realem Druck gegenüber Israel beschränkt, was sowohl die Beendigung der Blockade, als auch die Lösung des gesamten Israel-Palästinakonflikts angeht, haben seit einger Zeit Teile der Zivilgesellschaft eingegriffen und schon einige Male erfolgreich die Blockade mit Hilfskonvois auf dem See-, und auf dem Landweg durchbrochen. 2009 fuhr ein Hilfkonvoi von Europa entlang der Küste Nordafrikas über Ägypten nach Gaza und lieferte Tausende Tonnen Hilfsgüter und mehrere Ambulanzfahrzeuge.

Inzwischen ist eine weitere Hilfsflotte auf dem Seeweg geplant, auch die "Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost" hat ein Schiff gekauft. Genaue Informationen erhält man auf der Website der europäischen Kampagne zur Beendigung der Gazablockade: savegaza.eu/eng, auf palaestinakomitee-stuttgart.de und jewish-ship-to-gaza.jimdo.com | M. Kunkel | Palästinakomitee Stuttgart |