KulturFilmpremiere im CinemaxX
Laura - Das Juwel von Stuttgart
Laura Foto:Roland Hägele

Stuttgart, 1.12.2014, L.K. Zum Auftakt des Welt Aids Tages feierte ein bunt gemischtes, teils schrilles Publikum im Stuttgarter CinemaxX am Berliner Platz die Premiere des neuesten Films von Rosa von Praunheim. Laura Halding-Hoppenheit, die Protagonistin des Films „Laura - Das Juwel von Stuttgart“ hatte Familie, Freunde und Bekannte, persönliche und politische Wegbegleiter ihres bewegten wechselhaften Lebens eingeladen, und sie kamen alle - neben Vertretern verschiedener Parteien auch die Travestiestars Fräulein Wommy Wonder, Romy Haag und Lilo Wanders.

Nach einem Sektempfang fand zunächst eine Podiumsdiskussion mit Vertretern der Gay-Community zum Thema Aids statt, das nach wie vor eine wichtige Rolle spielt, da Ausgrenzung und Stigmatisierung der Erkrankten auch heute noch stattfinden.
Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt, nur der Filmemacher Rosa von Praunheim fehlte; er lag mit einer fiebrigen Angina im Bett - „Männer sind halt Mimosen“ kommentierte Laura seinen krankheitsbedingten Ausfall mit freundlichem Lächeln.


Der Film zeichnet auf sehr persönliche unmittelbare Art das Leben von Laura Halding-Hoppenheit nach, das sie konsequent dem Kampf für Toleranz und Gleichbehandlung benachteiligter Menschen gewidmet hat. Im Stuttgarter Kings Club fand die gebürtige Rumänin, die als junge Frau zuerst nach Hamburg und danach nach Stuttgart kam, ihre neue Heimat im Kreis von Schwulen, für deren Belange sie immer ein offenes Ohr hat und die ihre Großfamilie geworden sind. Seit 40 Jahren setzt sie sich auf breiter Ebene für die Rechte der Menschen ein, in diesem Jahr wurde sie für ihr Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Außerdem ist sie Trägerin des Bundes Positiven Preises von Baden-Württemberg und Ehrenmitglied der Deutschen Aidshilfe. Aber auch für kranke Kinder und suchtmittelabhängige Frauen ist sie aktiv und hat immer praktische Ideen, die sie auch zielstrebig in die Tat umsetzt. Als Mitglied der Partei Die Linke war sie 5 Jahre im Bezirksbeirat Stuttgart Nord engagiert, bevor sie 2014 in den Stuttgarter Gemeinderat gewählt wurde. Die Linke habe sie sich als ihre Partei ausgesucht, weil sie sozial und tolerant ist und sich für die Menschen stark macht. Und um die Menschen geht es ihr, für sie nimmt sie alle Wege und alle Arbeit auf sich, die ihr sinnvoll erscheinen, um ihre Rechte zu stärken und gegen Diskriminierung vorzugehen.


Seit Jahren ist sie bei Wind und Wetter auf der Straße, um gegen das umstrittene Großprojekt S21 zu protestieren. Ihre Aktivitäten sind vielfältig und breit gestreut, und immer geht es dabei um Gerechtigkeit und Toleranz.
Manchmal fragen ihre Kinder nach, ob sie nicht bald einmal aufhören möchte, zu arbeiten, das empört sie direkt, denn sie denkt gar nicht daran, sich zur Ruhe zu setzen. Sie will noch viel bewegen und uralt werden. Und das ist ihr durchaus zuzutrauen.
Am Ende des Films gab es lange standing ovations, danach wurde im Kings Club gefeiert.
Aufgrund der großen Nachfrage zeigt das CinemaxX den Film noch zwei Wochen an je drei Tagen.