Eröffnungsfeier
Welthaus Stuttgart
© Roland Hägele
Stuttgart, 26.10.2014, Liane Krusche. Gestern fand die Eröffnungsfeier des neuen Welthauses in den Räumen des Instituts für Auslandsbeziehungen im ehemaligen Waisenhaus am Charlottenplatz statt. Bei angenehmen Temperaturen konnte man sich im Innenhof des „alten Waisenhauses“ an Infoständen über das Projekt informieren, verschiedene internationale Speisen und ein vielfältiges kulturelles Angebot genießen.
Schon um 10 Uhr begann die Feier und war den ganzen Tag über gut besucht. Viele Interessierte nahmen an den Diskussionsrunden zum Thema „ Flüchtlinge in Stuttgart - eine Zweiklassengesellschaft?“ und zum umstrittenen Freihandelsabkommen „TTIP“ teil.
Das „Welthaus“ wird betrieben von der Welthaus Stuttgart e.V. als Trägerverein für eine Vielzahl von Vereinen, die sich der Initiative angeschlossen haben. Derzeit herrscht laut Gabriele Winkler von der Engagement Global GmbH ein großer Andrang von Vereinen, die um Aufnahme ansuchen. Das Projekt wird von der Stadt Stuttgart finanziell und ideell unterstützt, der Leitgedanke ist soziale Gerechtigkeit und Ressourcengerechtigkeit. Das Welthaus Stuttgart möchte zur Bewahrung unserer Lebensgrundlagen beitragen und setzt sich für Chancengleichheit und Solidarität mit den Menschen in allen Teilen der Welt ein. Die Organisatoren arbeiten in zivilgesellschaftlicher Selbstverwaltung und verstehen sich als unabhängig, überparteilich und überkonfessionell. Das einigende Element ist das Bewusstsein über globale Zusammenhänge und das Handeln in globaler Verantwortung.
Zum Welthaus gehört das Welt-Klassenzimmer des Entwicklungspädagogischen Informationszentrums Reutlingen (EPIZ), das einen außerschulischen Lernort für Schüler und Studenten darstellt und das tagsüber themenbezogene Veranstaltungen anbietet. Abends kann der Raum von Gruppen als Veranstaltungsort angemietet werden.
Ein weiterer Bestandteil ist der Weltladen, der Fair-Trade-Waren anbietet und als wirtschaftlich selbständiger Betrieb arbeitet.
Das WeltCafe, ebenfalls ein wirtschaftlich selbständiger Betrieb, dient als Treffpunkt und Veranstaltungsort, und die WeltWerkstatt ist eine Büro-Arbeitsgemeinschaft mit Seminarbetrieb.
Im nebenan liegenden Welcome-Center werden Neubürger Stuttgarts mit umfänglichen Informationen versorgt, dort arbeiten qualifizierte Mitarbeiter, die Beratungen zu vielfältigen Themen anbieten. In Kürze wird dort ein Fotoprojekt des Medienkünstlers Wolf Nkole Helzle ausgestellt, das er im Auftrag der Landeshauptstadt Stuttgart und der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH durchgeführt hat. Um die Multinationalität und gelebte Integration von Bürgern verschiedenster Herkunft in Stadt und Region Stuttgart zu veranschaulichen, hat er von Bürgerinnen und Bürgern mit und ohne Migrationshintergrund Porträtaufnahmen gemacht, die im Anschluss gleichberechtigt übereinander gelegt werden und so zu einem gemeinsamen, multinationalen Gesicht verschmelzen.
Vom Standort am Charlottenplatz verspricht sich das Welthaus einen regen Zulauf; die ersten Veranstaltungen für die kommenden Wochen stehen bereits fest, z.B. eine Veranstaltung zu solidarischer Landwirtschaft am 10.11.14, an der am Beispiel einer seit vier Jahren bestehenden Gruppe die Potenziale und Perspektiven einer Lebensmittelproduktion diskutiert werden, die die Bedürfnisse der beteiligten Menschen in den Mittelpunkt stellt.
Mit der Einrichtung des Welthauses eröffnen sich in Stuttgart neue Möglichkeiten, sich über globale, ökologische und multikulturelle Themen zu informieren, sich einzubringen und zu diskutieren, was für die Stadt und die in ihr lebenden Menschen eine Bereicherung ist.