RAF
Gedanken zum 18.10.1977 in Stammheim
Foto:Roland Hägele
Stuttgart, 18.10.2014, Red. Am 18.Oktober jährt sich zum siebenunddreißigsten Mal der angebliche kollektive Selbstmord von Gudrun Ensslin, Andreas Baader und Jan-Carl Rapse in Stammheim. Den Antrag von Gottfried Ensslin und Helge Lehmann-O’Donnokoé, die Ermittlungen im Verfahren um den Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Rapse in der Nacht auf den 18.10.1977 in der Justizvollzugsanstalt Stuttgart wieder aufzunehmen, hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart am 19.4.2013 abgelehnt. Die Zweifel bleiben bestehen, wie auch im Fall Ulrike Meinhof. Der Staatsapparat wollte die RAF loswerden. Die Gefangenen sollten allerdings durch Aktionen von außen befreit werden. Befreiung stand an, nicht Tod! Das deutsche Fernsehen, in diesem Fall vertreten durch den Sender RBB, hat in der Nacht von Samstag auf Sonntag 11./12.10. die Filme „der Baader-Meinhof-Komplex“ und „Die bleierne Zeit“ gesendet. Sie bestätigen die offizielle Selbstmordthese. Wer sich ein eigenes Bild machen will, sollte nicht nur in WIKIPEDIA, sondern auch bei KONKRET die entsprechenden Artikel nachlesen. Besonders empfehlenswert ist das Interview von Oliver Tolkien mit Irmgard Möller, der Überlebenden des 18. Oktober.
Zweifel werden auch genährt durch die Vertuschung rechter Straftaten bezüglich des NSU, die offenen Fragen zum Oktoberfest-Attentat und die Behandlung des mysteriösen Todesfalls des Asylbewerbers Oury Jalloh. Noch immer werden rechte Straftaten oder Todesfälle im Polizeigewahrsam vertuscht. Hier arbeiten Polizei, Geheimdienste und Regierungen zusammen. Warum sollte dies 1977 anders gewesen sein? Keiner muss die Taten der RAF billigen und auch diejenigen, die sie entschieden ablehnen, können mit der Behandlung der Todesursachen nicht einverstanden sein. Auch wenn heute keine Hysterie wegen des Deutschen Herbstes mehr herrscht, hat sich doch die Einstellung der Herrschenden nur oberflächlich geändert. Rechtsradikale werden geschont, Linke verfolgt.
„Die herrschenden Ideen einer Zeit waren stets nur die Ideen der herrschenden Klasse“ (MEW Bd.4, 459).