S21 WeihnachtsPark
Pfefferkuchen statt Pfefferspray
Unter dem Motto „Pfefferkuchen statt Pfefferspray“ fand am heutigen Samstag ein weihnachtlicher Widerstands-Markt gegen S21 statt. Der Aufruf dazu schließt mit den Worten „Knüppel, in den Sack! Der Park gehört uns!“. Viele StuttgarterInnen fanden im Lauf des Tages ihren Weg in den Park und tauschten sich über die aktuelle Situation und ihre Einschätzung zu den derzeit laufenden Schlichtungsgesprächen aus. Bei Punsch, Kaffee und Kuchen, Waffeln und Roten Würsten ließ es sich trotz der Kälte aushalten. Strohsterne und Weihnachtsschmuck wurden angeboten, auch „Stuttgarter Appell-Mus“ und „Stuttgarter Pflastersteine“ aus Marzipan fehlten nicht. Musikalische Untermalung lieferte ein kleiner Posaunenchor, während Robin-Wood-Aktivisten ihre Kletterkünste zeigten und kopfüber in den Bäumen hingen. Die Partei DieLinke startete mit einem Infostand in den bevorstehenden Landtagswahlkampf und sammelte Unterstützer-Unterschriften für ihre Landtags-KandidatInnen. Es gab die Möglichkeit, an einem Schnupper-Sitzblockade-Training teilzunehmen, dies im Hinblick auf die Zeit nach dem Ende der Schlichtungsgespräche. Bereits für Dienstag, 30.11.10, 6.00 Uhr, wurde eine Sitzblockade vor dem Tor gegenüber des Südflügels angekündigt, die mit einem Blockierer-Frühstück beginnen wird. Am Stand der VfB-Fans fanden Freunde des Tischfussballs Gelegenheit, sich warm zu spielen, auch die Parkschützer u. Attac waren mit Infoständen vertreten. Am Bauzaun des zukünftigen Wasser-Managements hatte ein Künstler ein Plakat aufgestellt, auf dem auf mehreren Stockwerken eines Gerüstes ein grünuniformierter Polizist neben dem anderen steht. „Provisorischer Baumersatz incl. Wiederansiedlung des Juchtenkäfers“ ist der Titel, der darauf hinweist, dass auf dieser Baustelle anstatt der illegal gefällten Bäume, die dort bis zum 30.9.10 standen, bis auf Weiteres an dieser Stelle im Park wohl eher Polizisten zur Bewachung der Baustelle das Bild dominieren werden. Nachdem in den letzten Wochen im Schutz der Dunkelheit von Unbekannten verschiedene Plakate vom Bauzaun gerissen und die Holzkreuze, die neben dem Bauzaun aufgestellt worden waren, entfernt wurden, stehen nun neue Kreuze an dieser Stelle und die Plakate am Zaun wachsen schneller nach, als sie entfernt werden können. Mit vielfältigen und kreativen Aktionen signalisieren die Stuttgarter BürgerInnen, dass sie bereit sind, auch weiterhin Widerstand gegen das Milliardenprojekt S21 zu leisten und ihre Forderung nach mehr Demokratie und Transparenz auf die Straße zu tragen. Seit Wochen vergeht in Stuttgart kein Tag, an dem nicht zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen der Widerstandsbewegung in der Stadt und im Umland stattfinden. Liane Krusche