31.MontagsDemo
Mappus stellt sich S21 Gegnern nicht

An der mittlerweile 31. Montags-Demo gegen S21 beteiligten sich wieder mehrere tausend Menschen. Von vornherein war die Demonstration anlässlich des angekündigten Besuchs von Baden-Württembergs Ministerpräsidenten Mappus (CDU) im Forum der benachbarten LBBW Bank um eine Stunde bis 20 Uhr verlängert worden. Ein buntes Program, welches inzwischen kulturelles Markenzeichen der wöchentlichen Demos geworden ist, unterhielt und informierte die Teilnehmer während der Wartezeit. Die Redner Engelbert Rolli, Timo Brunke und Matthias Roser sowie Ralph Chevalier (Elternbeirat einer Kita und ehrenamtlich tätig im Gesamt-Eltern-Beirat) und die Schauspielerin Verena Buss sprachen sich überaus kritisch gegen das Projekt S21 aus. Musikalisch Hochkarätiges präsentierte Prof. Peter Buck auf dem Cello, die Gruppen Melitta Dingdong, NoCent, Loretta, Südpol und Ufuk steuerten schwungvolle, kritische Lieder bei, und auch Reiner Weigand mit seinem Banana-Song, der sich zu einer Art Hymne der S21-Gegner entwickelt hat, war wieder dabei. Negativ überschattet wurde die Veranstaltung jedoch von der Nachricht, dass Bundesverkehrsminister Ramsauer (CSU) eine Ausnahmegenehmigung von der bereits bestehenden Ausnahmeregelung, dass der Streckenabschnitt Filder zwischen der Rohrer Kurve und dem Flughafen nun nicht mehr nur von S-Bahn-Zügen, sondern überdies auch noch von Hochgeschwindigkeitszügen befahren werden darf. Diese Genehmigung geht eindeutig eklatant zu Lasten der Sicherheit (z.B. sind Rettungseinsätze der Feuerwehr in den Tunnels mehr als fraglich). Sehr treffend bezeichnete Gangolf Stocker, SÖS-Gemeinderat und Mitglied des Aktionsbündnisses gegen S21, diese Entscheidung als kriminell. Kurz nach 20 Uhr traf "Landesvater" Mappus ein und eilte in sicherer Entfernung -abgesichert durch ein Sperrgitter und unter Einsatz von ca. 200 Polizisten- an den DemonstrantInnen vorbei ins Forum der LBBW. Seinem Mienenspiel angesichts des lautstarken Empfangs, war zu entnehmen, dass ihm dieser -vor allem auch im Hinblick auf die bevorstehende Landtagswahl- ein gewisses Unbehagen bereitet haben dürfte.

Liane Krusche