S21 Kampfansage
Widerstand deluxe 2011
Dies kündigte SÖS-Stadtrat Hannes Rockenbauch anlässlich einer Pressekonferenz des Aktionsbündnisses am 7.1.2011 an, falls die Bauarbeiten vor dem Stresstest der Bahn wieder aufgenommen werden sollten. Für das Bündnis traten außerdem Gangolf Stocker (SÖS), Berthold Frieß (BUND), Schauspieler Walter Sittler und Volker Lösch (Hausregisseur am Stuttgarter Schauspiel) vor die Presse. Vertreter der Grünen, die beim Faktencheck mit Heiner Geißler beteiligt waren, und der Linken waren nicht anwesend. Dazu hatte sich das Bündnis bewusst entschlossen, um deutlich zu machen, dass es beim Widerstand gegen S21um einen breiten überparteilichen Protest geht. So gaben die Bündnis-Vertreter auch keine Wahlempfehlung für die bevorstehende Landtagswahl am 27.3.2011 ab. Allerdings ist man sich im Bündnis darüber einig, dass CDU und FDP von den Menschen, die gegen Stuttgart 21 sind, nicht gewählt werden sollten, da dies die „Tunnel-Parteien“ sind, die das Projekt gegen allen Widerstand und alle sachlichen Bedenken durchsetzen wollen. Walter Sittler ist der Meinung, dass es einer Demokratie gut tut, wenn einzelne Parteien nicht zu lange die Regierung stellen, und verwies auf die inzwischen 56 Jahre (!) währende Regierungszeit der CDU in Baden-Württemberg. Die S21-Gegner rüsten sich für ein aktives und kreatives Widerstandsjahr 2011. Bereits heute ketteten sich ca. 20 „Blockierer“ in einer symbolischen Aktion an die Bäume vor dem früheren Nordflügel, die im Zuge der weiteren Bauarbeiten weichen müssten. Diese Aktion dauerte ca. 1 Stunde und verlief ohne Zwischenfälle. Die Blockierer signalisierten damit ihre Bereitschaft zu weiterem Widerstand und zivilem Ungehorsam. Einem Bericht der Stuttgarter Nachrichten zufolge soll am Montag die ENBW im Bereich vor dem Nordflügel mit der Verlegung einer Starkstrom-Kabeltrasse beginnen, die eigentlichen Tiefbauarbeiten in der umzäunten Baustelle am Dienstag. Hierfür müssten jedoch keine Bäume gefällt oder verpflanzt werden. Auch im Schlossgarten sollen im Bereich des geplanten Grundwasser-Managements die Bauarbeiten weitergeführt werden. Nach der Überzeugung von Hannes Rockenbauch werde keine Landesregierung das Milliardenprojekt durchsetzen können, wenn der Widerstand weiterhin so stark bleibt und die Gegner so zahlreich auftreten, wie bisher. Der Widerstand soll verstärkt ins Land getragen und die Menschen über die Gefahren und Unwägbarkeiten des Projektes informiert werden. Dazu ist am 5. Februar ein dezentraler Aktionstag geplant und am 5. März wird ein landesweiter Kein-S21-Tag in allen Wahlkreisen stattfinden. Am nächsten Montag wird die erste Montags-Demo 2011 stattfinden und schon jetzt sind für den 29.1., 19.2. und 19.3.11 Großdemonstrationen gegen S21 angemeldet. Liane Krusche