K21 Neujahrsempfang
Starker Auftakt gegen Stuttgart 21
Trotz Weihnachtsferien und kaltem Winterwetter versammelten sich laut Veranstalter 5000 Menschen am Montag, den 3.1.2011, zum Neujahrsempfang gegen S21 am ehemaligen Nordflügel des Hauptbahnhofs in Stuttgart. Die Parkschützer hatten zu Sekt und Neujahrsbrezeln eingeladen, auf der Bühne prangte der „Stein des Anstoße(n)s“ (ein Stein des abgerissenen Nordflügels), geziert von einer großen Neujahrsbrezel mit dem aufgebackenen Emblem „Oben bleiben“. Zum Auftakt und Abschluß spielte die Rockband „About Schmitt“, die rockigen Rhythmen erhielten viel Beifall. Bereits beim beim Soli-Festival „Aufstehen“ in der Röhre Mitte Dezember 2010 hatte die Gruppe unentgeltlich zugunsten des Rechtshilfefonds gespielt und erfreut sich beim Stuttgarter Publikum großer Symphathie. Der Nachwuchs-Kabarettist Oli Kube aus Kornwestheim präsentierte seine Geschäftsidee des „Berufs-Demonstranten“, die u.a. auf Wunsch auch das „terroristische Kastanienwerfen“ beinhaltet. Inspiriert wurde er dazu durch ein „starkes Demonstrationswachstum in der Region Stuttgart“ - tatsächlich gab es im Jahr 2010 laut Stuttgarter Zeitung mehr als doppelt so viel Demonstrationen wie im Vorjahr, nämlich 1150, davon allein 770 Demos gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 (im Vergleich: für das Projekt S21 wurde bei 20 Kundgebungen demonstriert). Peter Grohmann, bekannter Stuttgarter Kabarettist und engagierter S21-Gegner, äußerte sich bissig zum Werdegang der FDP und ihres Vorsitzenden Guido Westerwelle sowie zu Ministerpräsident Mappus. Und schließlich trug Tobias Heyel von der Jugendoffensive gegen S21 ein systemkritisches Gedicht vor, rief damit die Menschen zum entschlossenen aktiven Widerstand auf, was von den ZuhörerInnen mit lauten „Oben-Bleiben“- und „Mappus-Weg“-Rufen begleitet wurde. Der Stuttgarter Künstler „Putte“ berichtete, dass Flügel-TV 50 Stunden Filmmaterial vom Untersuchungsausschuss zum Polizeieinsatz am „Schwarzen Donnerstag“, den 30.9.2010, im Stuttgarter Schloßgarten ins Internet gestellt hat und rief zu folgendem Experiment auf: Jeder, der sich einbringen möchte, soll sich einen einzelnen Film ansehen und dann eine Bewertung an Flügel-TV abgeben, welche Sequenzen in diesem Film wichtig und von Interesse sind. So kann in einer gemeinsamen Aktion das gesamte Material gesichtet und bewertet werden. Die Filme sind unter www.fluegel.tv abrufbar. Als Überraschungsgast besuchte der Schauspieler Walter Sittler die Veranstaltung und leitete pünktlich um 19 Uhr den Schwabenstreich an - ohrenbetäubend und voller Aufbruchstimmung. Die S21-GegnerInnen haben sich auf ein kreatives, kraftvolles Widerstands-Jahr 2011 eingestimmt und zogen in einem Demozug anschliessend noch vom Bahnhof zum Rotebühlplatz. Liane Krusche