Bewohnerparken zunächst im Westen
Das Parkraummanagement im Stuttgarter Westen
Mobilfunk
Nach Beschlüssen des letzten Gemeindesrates und Bezirksbeirats Stuttgart West wird das Parkraummanagement ab 1. März 2011 eingeführt.

Ausgangspunkt ist das Problem, dass es zu viele Autos und zu wenige Parkplätze gibt. Wer im Westen wohnt und keinen eigenen Stellplatz für sein Auto hat, weiß, dass ein Parkplatz eine Kostbarkeit ist. Es gibt im Westen Autofahrer, die nachts länger als eine halbe Stunde auf der Suche nach einem Parkplatz sind und dann den oft einzigen illegalen Parkplatz an der Kreuzung nehmen oder entnervt in der 2. Reihe parken. Andere finden schließlich einen sehr weit von der eigenen Wohnung entfernt. Fußgänger haben es schwer, zwischen den geparkten Autos über die Straße zu kommen. Das Parkraummanagement soll Abhilfe schaffen, zumindest in Ansätzen. Nach einem Münchener Vorbild können – so hofft man – mehr Parkplätze frei werden, wenn Pendler vergrault werden (und öffentlich anreisen) und auch manche Autofahrer ihr (Zweit-) Auto abschaffen und auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen.

Was bedeutet das Parkraummanagement?
Der Westen wird in 8 Zonen aufgeteilt. Jeder Autobesitzer kann sich für sein Auto einen Ausweis für 30,70 €/Jahr kaufen und ist in seiner Zone berechtigt, kostenlos zu parken. Aber es gibt keine Garantie auf einen Parkplatz. Wer keinen Ausweis hat, muss von Montag bis Samstag von 8 bis 22 Uhr Gebühren zahlen: 10 Minuten kosten 10 Cent, eine Stunde kostet also 60 Cent. Ab 10 Stunden kostet es 6 € am Tag. In Bereichen mit vielen Geschäften bleibt die „Brötchentaste“ für kostenlose 30 Minuten Parkzeit erhalten. Hier müssen allerdings alle Nutzer einen Parkschein ziehen.

Pendler und Autofahrer mit Zweitwohnsitz im Stuttgarter Westen und auch Westler aus einer anderen Parkraumzone werden wie oben beschrieben zur Kasse gebeten. Wer Freitag abends bezahlt, kann damit bis Montag früh parken. Zur Durchsetzung des Parkraummanagements werden in jeder Straße Parkautomaten aufgestellt, scharfe Kontrollen werden dann illegal geparkte Autos mit Strafen belegen.

Bei vielen Autofahrern ist das Parkraummanagement umstritten. Die einen wollen lieber das bisherige Chaos als eine Abzocke, andere hoffen auf eine Entspannung, ganz besonders aber die nicht „auto“risierten Bewohner/Fußgänger und Radfahrer, die sich eine Verbesserung der Sicherheit wünschen.

Ein Preisnachlass für das erste Jahresabo bei der VVS soll Pendlern ein Umsteigen auf den öffentlichen Nahverkehr schmackhaft machen. Der Westen ist schließlich wirklich gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Die Einnahmen aus der „Parkraumbewirtschaftung“ werden für den Bau von Parkplätzen für Bewohner verwendet – so der Beschluss des Gemeinderats.

Ob das alles ausreicht, die Parkplatznot im Westen zu lindern, wird sich zeigen. Eine drastische Senkung der Preise des öffentlichen Nahverkehrs würde wohl viel bewirken – aber in dieser Hinsicht haben die Verantwortlichen bisher taube Ohren. Das Parkraummanagement wird als lernendes System verstanden. Jedoch sollten nicht nur die Bürger ein neues Verkehrsverhalten lernen, auch die politisch Verantwortlichen müssen dazulernen - durch Kritik, Anregungen und Gespräche. | Doris Hensinger |

Nähere Informationen: www.stuttgart.de/parkeninwest
E-Mail: parken-west@stuttgart.de